Vollständige Biografie
Moniratou Sawadogo
Ich bin 1996 in Fanka geboren, einem kleinen Dorf in Burkina Faso. Später ist meine Familie nach Pissila gezogen, ebenfalls ein Dorf in der Region Centre-Nord, nicht weit von Fanka entfernt. Ich komme aus einer großen Familie. Das Herz und die Stütze dieser Familie war meine Großmutter. Leider ist mein Großvater früh gestorben, und so musste sie die Verantwortung für die ganze Familie übernehmen. Sie hat Frauen bei der Geburt und beim Stillen begleitet. Sie war außerdem eine erfolgreiche Geschäftsfrau und betrieb Import und Export zwischen Burkina Faso und der Elfenbeinküste. Sie hat schwierige Situationen gelöst und die Familie zusammengehalten. Besonders hat sie alle Frauen der Familie inspiriert.
Durch sie habe ich verstanden, dass eine Frau alles erreichen kann, auch in meiner Heimat. Man muss nur an sich glauben und den Mut haben, etwas zu wagen. Meine Kindheit im Dorf war wie die vieler Kinder. Während der Regenzeit sind wir auf die Felder gegangen. Die Erwachsenen haben gearbeitet, und wir haben auf die kleineren Kinder aufgepasst oder die Tiere gehütet.
In meiner Familie waren fast alle Frauen und Männer Händler. Dieses lebendige menschliche Treiben sehe ich vor mir, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke. Diese Bilder prägen mich bis heute. Ich muss etwa sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein, als ich meine Mutter verloren habe. Um meine fünf Geschwister und mich konnte mein Vater sich nicht allein kümmern und meine Großmutter war oft nicht da. Deshalb wurden wir in der Familie verteilt.
Eines Tages musste ich meine Geschwister verlassen und zu meiner Tante in die Stadt Kaya ziehen, um ihr im Haushalt zu helfen. Zu dieser Zeit ließen die Eltern ihre Töchter nicht zur Schule gehen. Die Jungen allein hatten dieses Recht, aber auch Mädchen aus privilegierten Familien. Das war bei mir jedoch nicht der Fall. Damals schien mein Schicksal schon festgelegt zu sein: Ich würde nie zur Schule gehen, sondern eines Tages würde man mir einen Ehemann suchen, ich würde Kinder bekommen, so wie bei meinen beiden älteren Schwestern.
Jeden Tag habe ich das Geschirr gewaschen und die Wohnung geputzt, während meine Cousine mit anderen Kindern zur Schule ging. Oft habe ich heimlich geweint, denn ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als auch zur Schule zu gehen und Lesen und Schreiben zu lernen. Jeden Abend habe ich heimlich die Schultasche meiner Cousine geöffnet, ihre Bücher angeschaut und versucht, die Wörter zu verstehen. Ich habe aufmerksam zugehört, wenn sie gelernt hat. Eines Tages haben die Kinder im Hof „Schule“ gespielt. Ich wollte unbedingt mitmachen. Am Anfang wollten die anderen Kinder das nicht, schließlich haben sie mich doch mitspielen lassen. Und wissen Sie was? Am Ende war ich die Beste. Alle waren überrascht. Meine Tante und die anderen Erwachsenen wurden informiert. Wochenlang hat man meine Kenntnisse getestet, und schließlich haben die Erwachsenen meiner Tante geraten, mich in der Schule anzumelden. Und so hat mein Weg zu den Worten begonnen. Ein sehr beschwerlicher Weg, denn in der Schule wurde nur Französisch gesprochen, und ich konnte nur meine Muttersprache.
Die Schule war für mich nicht nur ein Ort des Lernens. Sie wurde der Anfang meiner Geschichten und meiner Gedichte. Jeden Morgen musste ich sehr früh aufstehen, um zuerst alle Arbeiten im Haus zu erledigen, bevor ich zur Schule gehen konnte. Ich habe schon in der Grundschule angefangen zu schreiben. Ich war ein Mädchen voller Träume und Fantasien, aber auch ein trauriges Kind. Die Abwesenheit meiner Mutter und das Leben weit weg von meinen Geschwistern haben mich sehr berührt. Schreiben war für mich eine Therapie. Ich konnte mir ein anderes Leben ausdenken, mir eine Mutter erschaffen und in meinen Texten reisen. Ich war schon immer ein sehr sensibles Kind. Ich trug meinen eigenen Schmerz, konnte aber auch den Schmerz anderer spüren und verstehen.
Und das verstand nur meine Großmutter, die ich nur selten besuchen konnte. Sie sprach sehr sanft mit mir und sagte mir, dass ich etwas Besonderes hätte, etwas, das andere Kinder nicht hätten. Sie wurde zu meiner wichtigsten Bezugsperson.
Oft konnte meine Tante das Schulgeld nicht bezahlen, so wurde ich immer wieder aus dem Unterricht geschickt. Ich musste mit meinen Onkeln und Tanten sprechen, verhandeln, sogar kämpfen, weil ich lernen wollte. Zum Glück bekam ich manchmal Ermäßigungen oder kostenloses Schulmaterial, da ich zu den besten Schülerinnen gehörte. Meistens waren es meine Aufsätze, die die Lehrer als Beispiel für die anderen Schülerinnen und Schüler nutzten.
Ich erinnere mich kaum daran, jemals wirklich ein Kind gewesen zu sein. Ich erinnere mich auch kaum daran, richtig aufgewachsen zu sein. Die Abwesenheit meiner Mutter hat meine Kindheit tief geprägt und eine Leere hinterlassen, die nur schwer zu füllen war. Ich hatte immer das Gefühl, schon als Erwachsene geboren worden zu sein. Schon als Kind hat man mir oft gesagt, dass ich wie eine Erwachsene spreche.
Am Ende bin ich in die Hauptstadt Ouagadougou gezogen, zu einer anderen Tante, während ein Onkel meine Schulgebühren übernommen hat. So konnte ich meinen Weg weitergehen. 2014 habe ich mein Abitur im literarischen Zweig gemacht. 2015 begann ich ein Jurastudium. Doch neben all dem hat mich die Kunst immer begleitet. Ich habe Musik gemacht – einige meiner Gedichte sind Texte zu meiner Musik. An Schreib- sowie Theaterworkshops habe ich auch teilgenommen. Mit dem Umzug nach Deutschland 2016 hat mein Leben eine neue Richtung erhalten.
Ich habe die Musik aufgegeben, denn was mich wirklich antreibt, sind die Worte, ihr Sinn und ihre Tiefe. Ich sage immer wieder: Niemand verlässt sein Zuhause aus Freude. Niemand kann mit einem Lächeln von der Brust seiner Heimat entwöhnt werden, niemand kann in die Ferne reisen, weg von den Liedern der Vögel seiner Kindheit, ohne Schmerz. Ich habe unter Einsamkeit und Heimweh gelitten. Als Kind war ich von meinen Geschwistern getrennt, und als Erwachsene war ich diesmal von meiner ganzen Familie entfernt. Das war ein zweites Trauma in meinem Leben. So stand ich vor einer Entscheidung: entweder mich unterkriegen lassen oder die Zügel meines Lebens wieder selbst in die Hand nehmen.
Hier in Deutschland habe ich verstanden, dass ich anders war, denn ich hörte Worte wie „Afrikanerin“ oder „dunkelhäutig“. Bei uns zu Hause waren wir alle schwarz und Afrikaner, deshalb haben mich Begriffe wie Rasse, Tradition, Kultur oder Religion nie wirklich beschäftigt. Hier habe ich also unsere Unterschiede schmerzhaft kennengelernt und vor allem, dass diese Unterschiede weder Schwächen noch Probleme für mich waren. Ich musste lernen, mich zu integrieren, ohne mich selbst zu vergessen. Ich habe die Sprache gelernt. Also musste ich alles noch einmal neu beginnen: eine Herausforderung: die Kombination von 10. Klasse, Pflegediensthelfer und Deutsch B2. Danach erhielt ich eine Zulassung für die dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester.
Ich wollte reich werden und Waisenhäuser sowie Schulen für Kinder aus benachteiligten Familien in meiner Heimat bauen. Da der Reichtum jedoch auf sich warten ließ, habe ich 2019 zusammen mit Freunden aus meiner Kindheit einen humanitären Verein in Burkina Faso gegründet, unpolitisch und gemeinnützig, dessen Präsidentin ich heute bin. Anfangs hat unser Verein Frauen und intern vertriebene Kinder unterstützt. Seit 2023 haben wir unsere Ziele geändert und konzentrieren uns nun hauptsächlich auf die Bildung von Kindern aus benachteiligten Familien. Konkret helfen wir ihnen mit Schulmaterial, Schulgebühren und der Verpflegung in der Schule.
Ich bin verheiratet und Mutter von zwei winzigen Bündeln voller Freude und Kopfschmerzen. Ich arbeite als Krankenschwester, aber in der Freizeit gelang es mir, endlich meine Gedichte zu publizieren. Mein erstes Buch ist ein zweisprachiger Gedichtband mit dem Titel Le Poids du Vide (Das Gewicht der Leere), der 2022 beim Verlag Plum’Afrique in Burkina Faso erschienen ist. Danach habe ich ein Theaterstück geschrieben: L’Atome d’Espoir d’un Peuple, das 2022 auf Französisch beim Verlag Africana in Burkina Faso veröffentlicht wurde. Und schließlich ein drittes Buch: ein zweisprachiger Gedichtband Sur le toit de mon âme (Auf dem Dach meiner Seele) auf Französisch und Deutsch, der im Oktober 2025 im Selbstpublishing erschienen ist.
Wer mich schon gelesen hat, weiß, dass meine Feder engagiert ist. Sie kämpft nicht alle Kämpfe, sie kann bei den Fragen und Herausforderungen unserer Gesellschaft nicht ruhig bleiben. Wenn man bisher nur Gedichte von mir kennt, liegt das daran, dass ich bislang noch nicht den Mut hatte, in Prosa zu schreiben. Einmal in Deutschland sank mein Französischniveau, ich stehe zwischen Deutsch und Französisch und finde kaum die Balance.
Aber Sie werden in Zukunft Gelegenheit haben, auch meine Romane, meine Kurzgeschichten und meine Kinderbücher zu lesen. Ich arbeite, kümmere mich um meine kleine Familie und schreibe. Ich habe vor allem beschlossen, mein Studium fortzusetzen. Ich bin nicht reich, und mein Leben ist noch nicht vollständig erfüllt, aber ich bin stolz auf meinen Weg und überzeugt, dass ich auf dem richtigen Pfad bin, um meine Ziele und Träume zu verwirklichen.
Noch immer ist es ein Handicap, eine Frau zu sein – selbst in unserer Zeit. Wenn dann Herkunft, Hautfarbe oder Religion hinzukommen, kann das entmutigen. Doch wer diese vermeintlichen Schwächen als Quelle von Kraft und Energie begreift, wird seine eigene Stimme finden. Eine Frau kann dort sein, wo immer sie sein möchte, solange sie ihre Meinung nicht von der Gesellschaft abhängig macht und nicht auf deren Erwartungen hört.
Durch sie habe ich verstanden, dass eine Frau alles erreichen kann, auch in meiner Heimat. Man muss nur an sich glauben und den Mut haben, etwas zu wagen. Meine Kindheit im Dorf war wie die vieler Kinder. Während der Regenzeit sind wir auf die Felder gegangen. Die Erwachsenen haben gearbeitet, und wir haben auf die kleineren Kinder aufgepasst oder die Tiere gehütet.
In meiner Familie waren fast alle Frauen und Männer Händler. Dieses lebendige menschliche Treiben sehe ich vor mir, wenn ich an meine Kindheit zurückdenke. Diese Bilder prägen mich bis heute. Ich muss etwa sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein, als ich meine Mutter verloren habe. Um meine fünf Geschwister und mich konnte mein Vater sich nicht allein kümmern und meine Großmutter war oft nicht da. Deshalb wurden wir in der Familie verteilt.
Eines Tages musste ich meine Geschwister verlassen und zu meiner Tante in die Stadt Kaya ziehen, um ihr im Haushalt zu helfen. Zu dieser Zeit ließen die Eltern ihre Töchter nicht zur Schule gehen. Die Jungen allein hatten dieses Recht, aber auch Mädchen aus privilegierten Familien. Das war bei mir jedoch nicht der Fall. Damals schien mein Schicksal schon festgelegt zu sein: Ich würde nie zur Schule gehen, sondern eines Tages würde man mir einen Ehemann suchen, ich würde Kinder bekommen, so wie bei meinen beiden älteren Schwestern.
Jeden Tag habe ich das Geschirr gewaschen und die Wohnung geputzt, während meine Cousine mit anderen Kindern zur Schule ging. Oft habe ich heimlich geweint, denn ich habe mir nichts sehnlicher gewünscht, als auch zur Schule zu gehen und Lesen und Schreiben zu lernen. Jeden Abend habe ich heimlich die Schultasche meiner Cousine geöffnet, ihre Bücher angeschaut und versucht, die Wörter zu verstehen. Ich habe aufmerksam zugehört, wenn sie gelernt hat. Eines Tages haben die Kinder im Hof „Schule“ gespielt. Ich wollte unbedingt mitmachen. Am Anfang wollten die anderen Kinder das nicht, schließlich haben sie mich doch mitspielen lassen. Und wissen Sie was? Am Ende war ich die Beste. Alle waren überrascht. Meine Tante und die anderen Erwachsenen wurden informiert. Wochenlang hat man meine Kenntnisse getestet, und schließlich haben die Erwachsenen meiner Tante geraten, mich in der Schule anzumelden. Und so hat mein Weg zu den Worten begonnen. Ein sehr beschwerlicher Weg, denn in der Schule wurde nur Französisch gesprochen, und ich konnte nur meine Muttersprache.
Die Schule war für mich nicht nur ein Ort des Lernens. Sie wurde der Anfang meiner Geschichten und meiner Gedichte. Jeden Morgen musste ich sehr früh aufstehen, um zuerst alle Arbeiten im Haus zu erledigen, bevor ich zur Schule gehen konnte. Ich habe schon in der Grundschule angefangen zu schreiben. Ich war ein Mädchen voller Träume und Fantasien, aber auch ein trauriges Kind. Die Abwesenheit meiner Mutter und das Leben weit weg von meinen Geschwistern haben mich sehr berührt. Schreiben war für mich eine Therapie. Ich konnte mir ein anderes Leben ausdenken, mir eine Mutter erschaffen und in meinen Texten reisen. Ich war schon immer ein sehr sensibles Kind. Ich trug meinen eigenen Schmerz, konnte aber auch den Schmerz anderer spüren und verstehen.
Und das verstand nur meine Großmutter, die ich nur selten besuchen konnte. Sie sprach sehr sanft mit mir und sagte mir, dass ich etwas Besonderes hätte, etwas, das andere Kinder nicht hätten. Sie wurde zu meiner wichtigsten Bezugsperson.
Oft konnte meine Tante das Schulgeld nicht bezahlen, so wurde ich immer wieder aus dem Unterricht geschickt. Ich musste mit meinen Onkeln und Tanten sprechen, verhandeln, sogar kämpfen, weil ich lernen wollte. Zum Glück bekam ich manchmal Ermäßigungen oder kostenloses Schulmaterial, da ich zu den besten Schülerinnen gehörte. Meistens waren es meine Aufsätze, die die Lehrer als Beispiel für die anderen Schülerinnen und Schüler nutzten.
Ich erinnere mich kaum daran, jemals wirklich ein Kind gewesen zu sein. Ich erinnere mich auch kaum daran, richtig aufgewachsen zu sein. Die Abwesenheit meiner Mutter hat meine Kindheit tief geprägt und eine Leere hinterlassen, die nur schwer zu füllen war. Ich hatte immer das Gefühl, schon als Erwachsene geboren worden zu sein. Schon als Kind hat man mir oft gesagt, dass ich wie eine Erwachsene spreche.
Am Ende bin ich in die Hauptstadt Ouagadougou gezogen, zu einer anderen Tante, während ein Onkel meine Schulgebühren übernommen hat. So konnte ich meinen Weg weitergehen. 2014 habe ich mein Abitur im literarischen Zweig gemacht. 2015 begann ich ein Jurastudium. Doch neben all dem hat mich die Kunst immer begleitet. Ich habe Musik gemacht – einige meiner Gedichte sind Texte zu meiner Musik. An Schreib- sowie Theaterworkshops habe ich auch teilgenommen. Mit dem Umzug nach Deutschland 2016 hat mein Leben eine neue Richtung erhalten.
Ich habe die Musik aufgegeben, denn was mich wirklich antreibt, sind die Worte, ihr Sinn und ihre Tiefe. Ich sage immer wieder: Niemand verlässt sein Zuhause aus Freude. Niemand kann mit einem Lächeln von der Brust seiner Heimat entwöhnt werden, niemand kann in die Ferne reisen, weg von den Liedern der Vögel seiner Kindheit, ohne Schmerz. Ich habe unter Einsamkeit und Heimweh gelitten. Als Kind war ich von meinen Geschwistern getrennt, und als Erwachsene war ich diesmal von meiner ganzen Familie entfernt. Das war ein zweites Trauma in meinem Leben. So stand ich vor einer Entscheidung: entweder mich unterkriegen lassen oder die Zügel meines Lebens wieder selbst in die Hand nehmen.
Hier in Deutschland habe ich verstanden, dass ich anders war, denn ich hörte Worte wie „Afrikanerin“ oder „dunkelhäutig“. Bei uns zu Hause waren wir alle schwarz und Afrikaner, deshalb haben mich Begriffe wie Rasse, Tradition, Kultur oder Religion nie wirklich beschäftigt. Hier habe ich also unsere Unterschiede schmerzhaft kennengelernt und vor allem, dass diese Unterschiede weder Schwächen noch Probleme für mich waren. Ich musste lernen, mich zu integrieren, ohne mich selbst zu vergessen. Ich habe die Sprache gelernt. Also musste ich alles noch einmal neu beginnen: eine Herausforderung: die Kombination von 10. Klasse, Pflegediensthelfer und Deutsch B2. Danach erhielt ich eine Zulassung für die dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester.
Ich wollte reich werden und Waisenhäuser sowie Schulen für Kinder aus benachteiligten Familien in meiner Heimat bauen. Da der Reichtum jedoch auf sich warten ließ, habe ich 2019 zusammen mit Freunden aus meiner Kindheit einen humanitären Verein in Burkina Faso gegründet, unpolitisch und gemeinnützig, dessen Präsidentin ich heute bin. Anfangs hat unser Verein Frauen und intern vertriebene Kinder unterstützt. Seit 2023 haben wir unsere Ziele geändert und konzentrieren uns nun hauptsächlich auf die Bildung von Kindern aus benachteiligten Familien. Konkret helfen wir ihnen mit Schulmaterial, Schulgebühren und der Verpflegung in der Schule.
Ich bin verheiratet und Mutter von zwei winzigen Bündeln voller Freude und Kopfschmerzen. Ich arbeite als Krankenschwester, aber in der Freizeit gelang es mir, endlich meine Gedichte zu publizieren. Mein erstes Buch ist ein zweisprachiger Gedichtband mit dem Titel Le Poids du Vide (Das Gewicht der Leere), der 2022 beim Verlag Plum’Afrique in Burkina Faso erschienen ist. Danach habe ich ein Theaterstück geschrieben: L’Atome d’Espoir d’un Peuple, das 2022 auf Französisch beim Verlag Africana in Burkina Faso veröffentlicht wurde. Und schließlich ein drittes Buch: ein zweisprachiger Gedichtband Sur le toit de mon âme (Auf dem Dach meiner Seele) auf Französisch und Deutsch, der im Oktober 2025 im Selbstpublishing erschienen ist.
Wer mich schon gelesen hat, weiß, dass meine Feder engagiert ist. Sie kämpft nicht alle Kämpfe, sie kann bei den Fragen und Herausforderungen unserer Gesellschaft nicht ruhig bleiben. Wenn man bisher nur Gedichte von mir kennt, liegt das daran, dass ich bislang noch nicht den Mut hatte, in Prosa zu schreiben. Einmal in Deutschland sank mein Französischniveau, ich stehe zwischen Deutsch und Französisch und finde kaum die Balance.
Aber Sie werden in Zukunft Gelegenheit haben, auch meine Romane, meine Kurzgeschichten und meine Kinderbücher zu lesen. Ich arbeite, kümmere mich um meine kleine Familie und schreibe. Ich habe vor allem beschlossen, mein Studium fortzusetzen. Ich bin nicht reich, und mein Leben ist noch nicht vollständig erfüllt, aber ich bin stolz auf meinen Weg und überzeugt, dass ich auf dem richtigen Pfad bin, um meine Ziele und Träume zu verwirklichen.
Noch immer ist es ein Handicap, eine Frau zu sein – selbst in unserer Zeit. Wenn dann Herkunft, Hautfarbe oder Religion hinzukommen, kann das entmutigen. Doch wer diese vermeintlichen Schwächen als Quelle von Kraft und Energie begreift, wird seine eigene Stimme finden. Eine Frau kann dort sein, wo immer sie sein möchte, solange sie ihre Meinung nicht von der Gesellschaft abhängig macht und nicht auf deren Erwartungen hört.